Ernst Barlach. Der Graf von Ratzeburg.
Heinrich heißt der 'Graf von Ratzeburg' wie Faust, und auch seine Geschichte ist ein Prozeß der Selbstverwirklichung. Aber sein Weg führt vom Gelten ins Sein. Das Sein ist das Wissen, im Geist zu gründen. Geist oder Gott ist für Barlach ein Akt menschlichen Bewußtseins. Geist und Ungeist unterscheiden sich für ihn durch Anerkennung oder Leugnung von Schuld.
Ernst Barlach. Güstrower Tagebuch.
Ernst Barlach. Kleine Schriften.
Ernst Barlach. Kleine Schriften: Die Ernst Barlach Gesellschaft schließt die kritische Gesamtausgabe des literarischen Werkes von Ernst Barlach mit dem achten Band nahezu ab. Geleitet von den Prinzipien Genauigkeit, Vollständigkeit und Übersichtlichkeit ist in den letzten Jahren das Prosawerk von Ernst Barlach von dem Germanisten und Barlach Experten Ulrich Bubrowski aus den nachgelassenen Handschriften neu ediert worden. Im Herbst 2013 erscheint nach zweijähriger Vorarbeit des Herausgebers nun die über 900 Seiten umfassende Zusammenstellung aller kleinen Schriften, Reden und Essays von Ernst Barlach. Im kommenden Jahr werden als letzter Band die verstreuten Tagebuchauf-eichnungen und Gespräche mit Ernst Barlach folgen. Wie alle bisherigen Bände präsentiert auch dieser wesentliche bisher unveröffentlichte Texte. Da mit wenigen Ausnahmen keine vom Autor überwachten Drucke seiner Schriften vorlagen, enthielten die posthumen Veröffentlichungen Hunderte von Fehlern und Entstellungen, ferner Auslassungen und andere willkürlich anmutende Eingriffe. Sämtliche Bände dieser kritischen Neuedition werden daher gänzlich aus den nachgelassenen Handschriften erarbeitet. Textauthentizität ist oberstes Gebot. Dem Kriterium ‚kritische Ausgabe’ wird mit absolutem Respekt vor der Überlieferung bis zu jedem Einzelbuchstaben und Satzzeichen hinein Rechnung getragen. Auch diesem achten Band ist ein kompakter Materialteil beigegeben, der nicht nur charakteristische Beispiele aus der jeweiligen Werkgenese, sondern weiterführende Hintergrunddokumente bietet. Ferner enthalten sind präzise Informationen zur Entstehungsgeschichte und Datierung der Werke, zu den Handschriftenverhältnissen wie zu allen editorischen Entscheidungen.
Ernst Barlach. Menschenbilder.
'Es kommt gar nicht darauf an, ob man gute oder schlechte Sachen macht,
sondern darauf, ob mein Werk einen Wert für andere hat, ob das
Notwendigste, was ich fühle, auch ein Notwendiges fü andere ist ...'
Ernst Barlach
Barachs Grafiken sind zum Teil schwer verständlich und zugänglich, doch eine intensive Auseinandersetzung mit seinen Arbeiten lohnt und bereichert!
Die nachfolgenden Texte stellen eine Annäherung an die Bildsprache
Ernst Barlachs dar. Doch können und wollen sie einen eigenen Dialog des
Betrachters mit den Werken nicht ersetzen.
Ernst Barlach. Mystiker der Moderne.
Von der einfachen Volkskunst bis hin zu den unvergleichlichen Meisterwerken eines Michelangelo ist die Kunst des Abendlandes in einer Fülle an Werken auf den Kirchenraum bezogen. Die Kirchen waren denn auch über Jahrhunderte hinweg die ausschließlichen Auftraggeber von Kunst. Auch heute noch gilt der Kirchenraum als der Ort, an dem der Mensch ganz mit sich selbst eins sein kann und sich doch vor einem Anderen zu begreifen vermag. Für die Rezeption von Kunst bietet er deshalb nach wie vor ideale Voraussetzungen. Nun gilt aber nicht nur die kirchliche Kunst als jener bewusste Schritt zwischen Erfahrung der konkreten Welt und dem Entwurf einer Gegenwelt, sondern gerade die moderne Kunst lässt Ursprungsereignisse wie Liebe, Geburt, Zerstörung und Tod, die ehemals in erster Linie kirchlich besetzt waren, symbolhaft Realität werden. Je intensiver die Wirkung solcher Kunstwerke im Sinne einer intuitio oder memoria verdrängter Erfahrungen ist, um so deutlicher wird man auch die religiösen Implikationen dieser Werke verstehen. Indem die Ausstellung 'Ernst Barlach - Mystiker der Moderne' diese Zusammenhänge erneut thematisiert, trägt sie dazu bei, die heute weitgehend voneinander getrennten kulturellen Phänomene Kirche und Kunst wieder stärker miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Ausstellung 'Ernst Barlach - Mystiker der Moderne' findet in einer Hauptkirche Hamburgs, in St. Katharinen, statt und steht dort in einem vitalen Spannungsverhältnis zwischen einem ausser-kirchlichen Publikum und der örtlichen Kirchengemeinde. Sie entspricht damit nur dem Anliegen der Kirche, sich verstärkt kulturellen und künstlerischen Fragen zu öffnen, sondern greift zugleich jene Sehnsucht nach dem Religiösen auf, die sich am Rande der institutionalisierten Kirchen neu entfaltet hat. Es lässt sich heute eine offene Hinwendung zu spirituellen Fragen und eine unbefangene Zuwendung zu mystischen Phänomenen beobachten. Ähnlich wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist auch der Mensch unserer Tage an einer durch Wissenschaft und Konsum nicht mehr zu befriedigenden Sinngebung interessiert. Daher scheint uns die Hoffnung begründet, dass diese Ausstellung durch den aktuellen Blick auf das Werk Barlachs gleichzeitig die Fragestellungen unserer Zeit reflektiert.
Ernst Barlach. Reise des Humor und des Beobachtungsgeistes.
Ernst Barlach. Reise Ins Herz des Südlichen Russland.
Ernst Barlach. Seespeck.
ERNST BARLACH: Das Wirkliche und Wahrhaftige
Dieser Bildband, der einen Gesamtüberblick über das Leben und Schaffen Ernst Barlachs (1870-1938) gibt, trägt ganz den Charakter es Dokumentarischen: Aufnahmen von etwa 40 Plastiken und 100 Grafiken- darunter viele bisher unveröffentlichte aus dem Güstrower Nachlass- und 46 Bilddokumente zur Biographie werden ergänzt durch umfangreiche Auszüge aus Barlachs Briefen, die als literarische Zeugnisse von erschütternder Aussagekraft in seinem wortkünstlerischen Werk ebenbürtig neben den Dramen und der Prosa stehen.
Dreizehn Schlüsselbriefe, vom Herausgeber einleitend dem Bildteil vorangestellt, geben Auskunft über Barlachs Lebenshaltung, über seine Auffassungen von der Kunst und der Stellung des Künstlers in seiner Zeit, über sein Ringen um die Gestaltung des 'Wirklichen und Wahrhaftigen'.
Im folgenden Abschnitt kommentieren Briefzitate das bildkünstlerische Werk, sei es, dass sie direkt Bezug nehmen auf eine Grafik oder Plastik oder aber dass sie Situation und geistige Position Barlachs zu ihrer Entstehungszeit vergegenwärtigen. Abbildungen und Text, chronologisch geordnet, lassen so den Leser die innere Folgerichtigkeit des künstlerischen Weges erkennen, den Barlach von den frühen Skizzen und Kleinplastiken bis zu den ausdrucksstarken Mahnmalen von Güstrow, Magdeburg und Hamburg und den späten Hölzern gegangen ist- jenen Zeugnissen der Auseinandersetzung mit dem kunstfeindlichen Regime, das den Künstler auf sich selbst verwies und ihn schließlich sogar öffentlich schmähte und verstieß. Der Band enthält neben Gesamt- und Detailaufnahmen der schönsten Plastiken unter anderem Lithographien und Holzschnitte zu Barlachs Dramen und zu Werken der deutschen Klassik sowie Kohlezeichnungen und Selbstbildnisse, in denen sich die expressive Gestaltungskraft dieses zutiefst der humanistischen Tradition verbundenen Künstlers offenbart.
Die meisten der in diesem Band gesammelten Bilddokumente zu Barlachs Leben- darunter viele Porträtfotos- werden hier zum erstenmal veröffentlicht; hier findet sich auch die berühmte Zeichnung 'Barlach auf dem Totenbett' von Käthe Kollwitz.
Der Anhang enthält die wesentlichen sachlichen Angaben zu den Abbildungen sowie eine biographische Übersicht
Ernst Barlachs Russlandreise im Sommer 1906. Barlach und Russland.
- Catalog of an exhibition held in August Macke Haus, Bonn, Sept. 1-Nov. 17, 2002.